Landkreis Miltenberg bekommt Siegel als Bildungsregion in Bayern

26.07.2017
Als Bildungsregion in Bayern ist der Landkreis Miltenberg bereits anerkannt. Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat nun Landrat Jens Marco Scherf ein Siegel als sichtbares Zeichen der Anerkennung überreicht.

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In der Berufsschule Miltenberg bezeichnete der Landrat die Verleihung des Siegels als „besonderen Tag.“ Bildung sei die Grundlage für die Entfaltung der Persönlichkeit jedes Menschen und das Bemühen hierum vereine alle an Bildung Beteiligten. Jedes Kind habe eine gerechte Bildungschance verdient, sagte Scherf und wies darauf hin, dass der Landkreis viele kreative Köpfe braucht – etwa für die vielen Unternehmen der Region, die Produkte von Weltniveau entwickeln und produzieren. WIKA etwa investiere 40 Millionen in ein Forschungszentrum, beim Elektromotorenhersteller Oswald werde der Weg der Elektromobilität in die Welt der Flugzeuge erforscht. Deshalb, Scherf, ‘muss es unser Auftrag sein, alle Bemühungen in hochwertige Bildung zu legen.“ Der Landkreis etwa leiste einen Beitrag mit hohen Investitionen in die Generalsanierung seiner Schulen, mit der kulturell-künstlerischen Förderung der Kinder und Jugendlichen mit den Aktiv-Führungen im Kulturwochenherbst, dem Schaefler- und dem Jugendkulturpreis, den Angeboten des Kunstnetzes und der Kunstgrundschule gemeinsam mit Musikschulen und privaten Initiativen.

Ulrich Wohlmuth und Stefan Adams skizzierten den Weg zur Zertifizierung, beginnend mit einem sehr gut besuchten Dialogforum in Elsenfeld. Zu den fünf Themenfelder entwickelt worden: „Übergänge organisieren und begleiten“, „Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen“, „Kein Talent darf verloren gehen“, „Bürgergesellschaft stärken und entwickeln“ sowie „Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen.“ seien Arbeitskreise mit jeweils zwischen 20 und 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer installiert worden. Nach der positiven Resonanz auf die Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss sei die Bewerbung zur Zertifizierung in einem zweiten Dialogforum einstimmig beschlossen worden. Gleichzeitig sei die Kooperationsvereinbarung „Jugend stärken“ unterzeichnet worden. „Es war ein intensives Jahr für alle Beteiligten“, resümierten die Referenten.

Es habe sich schon einiges getan, stellte Landrat Jens Marco Scherf und nannte Beispiele für umgesetzte Projekte. So ging er unter anderem auf die flächendeckende Jugendsozialarbeit an Schulen ein, das Projekt „Elterntalk“ sowie die Einrichtung von zwei Familienstützpunkten. Er stellte die Einrichtung einer Jugendberufsagentur vor, nannte die Berufsintegrationsklassen an der Staatlichen Berufsschule Miltenberg und Obernburg und erklärte das Projekt „Erarbeitung und Inszenierung eines Theaterstückes zur Berufsorientierung für Realschulen und Gymnasien“. Das MINT-Bildungsnetz liege allen Beteiligten sehr am Herzen, sagte Scherf, sehr gut genutzt werde zudem der Sprachvermittlerdienst, der Eltern mit Migrationshintergrund unter anderem das deutsche Schulsystem näherbringt. Die Ehrenamtskarte sei eingeführt worden, mit Ideen aus zwei Partizipationsforen wolle man die Jugend an die Region binden – etwa mit einer Zukunftswerkstatt als Pilotprojekt in einer Gemeinde. Die Gewinnung von Fachkräften verfolge man unter anderem mit einer Fachkräfteinitiative und der Fachkräfte-Allianz Bayerischer Untermain. Stillstand werde es nicht geben, versprach Scherf, unter anderem werde es künftig mindestens halbjährliche Treffen mit dem Steuerungsgremium geben, um Entwicklungen zu diskutieren, das weitere Vorgehen abzusprechen und die Projekte auf den Umsetzungsstand zu überprüfen. Von 2018 an sei eine jährliche Bildungskonferenz zu einem Schwerpunktthema geplant. „Ich bin sehr stolz auf das große Interesse und dankbar für das hohe Engagement aller Beteiligten“, sagte Scherf und dankte allen, die beim Prozess der Bildungsregion mitgearbeitet haben und weiterhin mitarbeiten. Der Stand der Umsetzung der Bildungsregion sei auf der Homepage des Landkreises (http://www.landkreis-miltenberg.de/Bildung,Soziales-Gesundheit/Bildungsregion.aspx ) ersichtlich, so Scherf.

Staatssekretär Georg Eisenreich rief das Ziel der Bildungsregion in Erinnerung, nämlich passgenaue Bildungsangebote in der Region zu etablieren. Dazu brauche man vielfältige, vernetzte Angebote, sagte er und meinte in Abwandlung eines afrikanischen Sprichworts: „Zur Erziehung von Kindern braucht es die Zusammenarbeit Aller in einer Region.“ Mit der Etablierung der Bildungsregion habe die Staatsregierung einen Nerv getroffen, wies er auf die große Resonanz in Bayern hin. „Der Rohstoff in unserem Land ist der Geist“, sagte er, denn Bildung sei das Fundament für das Leben. Die Zahl der im Landkreis Miltenberg Aktiven sei eine der höchsten bayernweit, stellte er allen Akteuren ein sehr gutes Zeugnis aus. Die Bewerbung des Landkreises umfasse viele Maßnahmen mit kurz-, mittel- und langfristigem Horizont, fasste er zusammen und sprach von einem „beachtlichen Ergebnis.“ Das Siegel Bildungsregion sei auch ein Auftrag, mahnte er und forderte dazu auf, weiter zu arbeiten. Sehr erfreulich fand er die Fokussierung auf das MINT-Thema, aber auch die Digitalisierung sei ein wichtiges Zukunftsthema. Dem Freistaat sei die Bildung viele Milliarden Euro wert, wies er unter anderem auf die Schaffung von über 6000 zusätzlichen Lehrerstellen hin. Er dankte allen Aktiven und überreichte eine große Plakette an Landrat Jens Marco Scherf sowie Urkunden für jede Gemeinde an den Kreisvorsitzenden des Gemeindetages, Günther Oettinger. Das Siegel, so Scherf abschließend, sei „ein Ansporn für die Weiterarbeit.“

Die Schulband Unisono der Berufsschule Miltenberg-Obernburg umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Kategorien: Bildung und Integration