Bildungsregion Landkreis Miltenberg

Die Bildungsregion Miltenberg stellt sich der Herausforderung, langfristig die gemeinschaftliche Zusammenarbeit aller Bildungsakteure im Kreis zu organisieren. Ein vernetztes, bedarfsgerechtes Bildungsangebot und eine noch höhere Qualität der Bildungsangebote sind das erklärte Ziel der Bildungsregion. Auf dieser Seite finden Sie Veröffentlichungen zum Thema und können die Entwicklung zur Bildungsregion nachvollziehen.  

Schritte auf dem Weg zur Bildungsregion

1. Dialogforum

Im März 2015 fand im Bürgerzentrum Elsenfeld das erste Dialogforum zur Bildungsregion statt. Unter breiter Bürgerbeteiligung wurde der Ist-Stand im Landkreis Miltenberg vorgestellt. Zu jeder der fünf vorgegebenen Säulen "Übergänge organisieren und begleiten", "schulische und außerschulische Bildungsangebote", "kein Talent darf verloren gehen", "Bürgergesellschaft stärken und entwickeln" und 
"Herausforderungen des demographischen Wandels" 
wurde ein Arbeitskreis gebildet. In zahlreichen Sitzungen wurden Projekte erfasst und Handlungsempfehlungen erarbeitet, die sich zum Teil schon in der Umsetzung befinden.

2. Dialogforum

In einer Sondersitzung hat am 24. Februar 2016 der Jugendhilfeausschuss einstimmig das umfangreiche Paket gebilligt, das die Grundlage für die Bewerbung um den Titel Bildungsregion darstellt. Dieser Bericht der Arbeitsergebnisse wurde in einem zweiten Dialogforum am 7. April 2016 in der Staatlichen Berufsschule Miltenberg der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nach der offiziellen Einleitung waren die Leiter der Arbeitskreise an der Reihe, die Ergebnisse vorzustellen. Fünf Arbeitskreise waren beim ersten Dialogforum am 26. März gebildet worden: „Übergänge organisieren und begleiten“, „Schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen“, „Kein Talent darf verloren gehen“, „Bürgergesellschaft stärken und entwickeln" sowie „Herausforderungen des demographischen Wandels annehmen“. Seit dieser Zeit arbeiteten die Arbeitskreise intensiv daran, die bestehenden Bildungsstrukturen unter die Lupe zu nehmen, Defizite zu erkennen und Ideen zu entwickeln, wie man die Bildung im Landkreis Miltenberg voranbringen kann. Die Arbeitskreisleiter Markus Seibel, Ulrich Wohlmuth, Helmut Platz, Stefan Adams und Elisabeth Kluin zeigten in jeweils rund zehnminütigen Vorträgen, welche Resultate dabei herauskamen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger waren zum Abschluss eingeladen, im Dialogforum Ihr Votum zur Bewerbung um das Zertifikat „Bildungsregion in Bayern“ abzugeben. Mit einem einstimmigen Votum haben die rund 120 Teilnehmer den Weg für die Bewerbung des Landkreises Miltenberg freigemacht. Ausgehend von den hier präsentierten Ergebnissen wurde die Bewerbung als Bildungsregion erstellt. Landrat Scherf stellt klar, dass es nicht primär um die Verleihung des Siegels gehe, sondern um die stete Weiterentwicklung der Projekte der Bildungsregion. Nur mit dem Engagement der Bürger werde die Bildungsregion mit Leben erfüllt und weiterentwickelt, sagte er. 

Zertifizierung als Bildungsregion

Als Bildungsregion in Bayern war der Landkreis Miltenberg auf dem Papier bereits anerkannt, Staatssekretär Georg Eisenreich vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat am Dienstag, den 25.07.2017 vor rund 100 Gästen Landrat Jens Marco Scherf ein Siegel als sichtbares Zeichen der Anerkennung überreicht.

In der Berufsschule Miltenberg bezeichnete der Landrat die Verleihung des Siegels als „besonderen Tag.“ Bildung sei die Grundlage für die Entfaltung der Persönlichkeit jedes Menschen und das Bemühen hierum vereine alle an Bildung Beteiligten. Jedes Kind habe eine gerechte Bildungschance verdient, sagte Scherf und wies darauf hin, dass der Landkreis viele kreative Köpfe braucht – etwa für die vielen Unternehmen der Region, die Produkte von Weltniveau entwickeln und produzieren. WIKA etwa investiere 40 Millionen in ein Forschungszentrum, beim Elektromotorenhersteller Oswald werde der Weg der Elektromobilität in die Welt der Flugzeuge erforscht. Deshalb, Scherf, "muss es unser Auftrag sein, alle Bemühungen in hochwertige Bildung zu legen.“ Der Landkreis etwa leiste einen Beitrag mit hohen Investitionen in die Generalsanierung seiner Schulen, mit der kulturell-künstlerischen Förderung der Kinder und Jugendlichen mit den Aktiv-Führungen im Kulturwochenherbst, dem Schaefler- und dem Jugendkulturpreis, den Angeboten des Kunstnetzes und der Kunstgrundschule gemeinsam mit Musikschulen und privaten Initiativen.

Ulrich Wohlmuth und Stefan Adams skizzierten den Weg zur Zertifizierung, beginnend mit einem sehr gut besuchten Dialogforum in Elsenfeld. Nach der positiven Resonanz auf die Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss sei die Bewerbung zur Zertifizierung in einem zweiten Dialogforum einstimmig beschlossen worden. Gleichzeitig sei die Kooperationsvereinbarung „Jugend stärken“ unterzeichnet worden. „Es war ein intensives Jahr für alle Beteiligten“, resümierten die Referenten.

Es habe sich schon einiges getan, stellte Landrat Jens Marco Scherf und nannte Beispiele für umgesetzte Projekte. So ging er unter anderem auf die flächendeckende Jugendsozialarbeit an Schulen ein, das Projekt „Elterntalk“ sowie die Einrichtung von zwei Familienstützpunkten. Er stellte die Einrichtung einer Jugendberufsagentur vor, nannte die Berufsintegrationsklassen an der Staatlichen Berufsschule Miltenberg und Obernburg und erklärte das Projekt „Erarbeitung und Inszenierung eines Theaterstückes zur Berufsorientierung für Realschulen und Gymnasien“. Das MINT-Bildungsnetz liege allen Beteiligten sehr am Herzen, sagte Scherf, sehr gut genutzt werde zudem der Sprachvermittlerdienst, der Eltern mit Migrationshintergrund unter anderem das deutsche Schulsystem näherbringt. Die Ehrenamtskarte sei eingeführt worden, mit Ideen aus zwei Partizipationsforen wolle man die Jugend an die Region binden – etwa mit einer Zukunftswerkstatt als Pilotprojekt in einer Gemeinde. Die Gewinnung von Fachkräften verfolge man unter anderem mit einer Fachkräfteinitiative und der Fachkräfte-Allianz Bayerischer Untermain. Stillstand werde es nicht geben, versprach Scherf, unter anderem werde es künftig mindestens halbjährliche Treffen mit dem Steuerungsgremium geben, um Entwicklungen zu diskutieren, das weitere Vorgehen abzusprechen und die Projekte auf den Umsetzungsstand zu überprüfen. Von 2018 an sei eine jährliche Bildungskonferenz zu einem Schwerpunktthema geplant. „Ich bin sehr stolz auf das große Interesse und dankbar für das hohe Engagement aller Beteiligten“, sagte Scherf und dankte allen, die beim Prozess der Bildungsregion mitgearbeitet haben und weiterhin mitarbeiten. Der Stand der Umsetzung der Bildungsregion sei auf der Homepage des Landkreises ersichtlich, so Scherf.

Staatssekretär Georg Eisenreich rief das Ziel der Bildungsregion in Erinnerung, nämlich passgenaue Bildungsangebote in der Region zu etablieren. Dazu brauche man vielfältige, vernetzte Angebote, sagte er und meinte in Abwandlung eines afrikanischen Sprichworts: „Zur Erziehung von Kindern braucht es die Zusammenarbeit Aller in einer Region.“ Mit der Etablierung der Bildungsregion habe die Staatsregierung einen Nerv getroffen, wies er auf die große Resonanz in Bayern hin. „Der Rohstoff in unserem Land ist der Geist“, sagte er, denn Bildung sei das Fundament für das Leben. Die Zahl der im Landkreis Miltenberg Aktiven sei eine der höchsten bayernweit, stellte er allen Akteuren ein sehr gutes Zeugnis aus. Die Bewerbung des Landkreises umfasse viele Maßnahmen mit kurz-, mittel- und langfristigem Horizont, fasste er zusammen und sprach von einem „beachtlichen Ergebnis.“ Sehr erfreulich fand er die Fokussierung auf das MINT-Thema, aber auch die Digitalisierung sei ein wichtiges Zukunftsthema. Dem Freistaat sei die Bildung viele Milliarden Euro wert, wies er unter anderem auf die Schaffung von über 6000 zusätzlichen Lehrerstellen hin. Er dankte allen Aktiven und überreichte eine große Plakette an Landrat Jens Marco Scherf sowie Urkunden für jede Gemeinde an den Kreisvorsitzenden des Gemeindetages, Günther Oettinger. Das Siegel, so Scherf abschließend, sei „ein Ansporn für die Weiterarbeit.“

Die Schulband Unisono der Berufsschule Miltenberg-Obernburg umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

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